Pflegestufe beantragt und abgelehnt und abgelehnt…

25 September 2017 von Anke Kommentieren »

In diesem Fall musst du erst tot sein, bevor du eine Pflegestufe bekommst

Ein Herr mit 56 Jahren beantragt eine Pflegestufe. Er ist nicht dement, kann noch vieles allein, aber es bestehen folgende Erkrankungen: ein schweres Herz-Lungenleiden und eine Adipositas, also eine Fettleibigkeit. Diese beiden Erkrankungen machen ihm das Leben schwer. Das Duschen kann er nicht mehr bewältigen, das An- und Auskleiden gelingen nicht mehr allein. Die Ehefrau unterstützt und ist immer dabei, um Hilfestellungen zu geben. Außerhalb der Wohnung gelingt die Fortbewegung immer schlechter.

Nun kündigt sich der MDK zur Begutachtung an und lässt den Herrn einige Übungen machen, damit der Gutachter sehen kann, inwieweit die Bewegungsmöglichkeit vorhanden ist. Der Gutachter nimmt nach dem Besuch einen Hilfebedarf von 1 Minute täglich an.

Der Herr beschwert sich und möchte neu begutachtet werden; das passiert auch.

Dieser Gutachter übernimmt nun erst einmal das Ergebnis des ersten, lässt den Herrn Übungen machen und lässt sich auch wiederum NICHT zeigen, wie der Antragstellung die Verrichtungen des tägichen Lebens selbst oder mit Hilfe durchführen kann.

Zudem schreibt auch dieser Gutachter nicht die richtigen Diagnosen in den Befund, dies soll noch Folgen haben.

Der zuletzt benannte Gutachter kommt auf 18 Minuten täglich, also immer noch keine Pflegestufe.

Der Antragsteller wehrt sich und der MDK reagiert, indem er nun ein Gutachten nach Aktenlage durchführen lässt. Das hat zur Folge, dass einfach nur, ohne neue Angaben zu überprüfen, der Inhalt des letzten Gutachtens übernommen wird. DA im vorhergehenden Gutachten die Diagnosen fehlen, kommt dieser Gutachter nach Aktenlage zu keinem anderen Ergebnis. Dazu hätten dort Ausgangsdiagnosen verzeichnet sein müssen. Dieser Gutachter kann nicht hellsehen.

Der Antragsteller wehrt sich und schreibt wieder einen Gegenbrief, warum er Hilfe benötigt.

Es folgt das zweite Gutachten nach Aktenlage, kein neuer Hinweis, der alte Text wird einfach übernommen.

Der Herr erhält also keine Hilfe bis hierher. Die Ehefrau ist überfordert, es kommt kein Pflegedienst, um nach dem Zustand oder der Entwicklung zu sehen.

Nach drei Monaten kommt der Antragsteller, dem das Begehren nach einer Pflegestufe immer wieder abgelehnt wurde, als Notfall in die Notaufnahme. Der Zustand der Herz-Lungen-Erkrankung hatte sich verschlechtert, die Lunge ist vereitert, der Pflegezustand katastrophal.

DIESER elende Tod hätte verhindert werden können. Gutachter des MDK müssen ihre Aufgaben gewissenhaft erfüllen. Und wenn ein Fehler unterläuft, muss dieser dem nächsten Gutachter auffallen.

Hier hat einfach immer der eine von dem anderen abgeschrieben, keiner, wrklich keiner hat seine Aufgabe erfüllt. Die fehlerhafte Begutachtungsgrundlage des ersten Gutachters wurde nie erkannt und nicht revidiert.

In meinem Sachverständigengutachten ist dies herausgearbeitet. Das Urteil werde ich jedoch nicht erfahren.

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