Archiv für Dezember 2010

Ausnahmezustand

20 Dezember 2010

Weihnachten als Ausnahmezustand?

Überlegen Sie mal, ob ihnen diese Situation bekannt vorkommt:

Ein Speiseraum in einer wunderschönen Pflegeeinrichtung mitten im Süden Hamburgs. Die verwirrten Bewohner sitzen an den Tischen im Speiseraum, der extra für sie reserviert ist. Denn hier sind die Tische, Stühle und der Boden schnell und einfach abwischbar. An diesem Freitag kurz vor Weihnachten steht auf jedem Tisch ein kleines Gedeck, vor jedem Stuhl findet sich auf dem Tisch eine Serviette und Becher, die aus Porzellan bestehen.  Das ist doch sehr schön zum Fest, denn es soll ja auch ein wenig feierlich sein.

Die Personen im Raum bekommen die Veränderung im Raum nicht mit, aber sie haben etwas mit den Händen zu tun, denn die Gestecke und die ungewohnten schweren Becher laden zum Anfassen ein.

Weihnachten ist vorbei.

Die Tische sind leergefegt. Plastikbecher stehen auf den Tischen, Besteck fehlt völlig. Die Speisen auf den Tellern sind so angerichtet, dass kein Besteck benötigt wird. Einfach zugreifen und problemlos essen, so ist es üblich. Meist kommt die Suppe auch in Plastik-Kaffeebechern, denn dann funktioniert das Trinken unter Umständen einfacher für den Dementen. Schaut man sich das Ganze mal aus der Vogelperspektive an, so mutet es seltsam an, wie vorgeschoben. Sorry.

Neues Programm, viel Ärger

8 Dezember 2010

Vielleicht sind Sie auch der Meinung, dass die vielfältige Dokumentationsarbeit auf Papier gar nicht mehr zu schaffen ist? Es sind Daten doppelt zu erfassen (Anamnese und Pflegeplanung) und Risikoassessments zu benutzen, die nachher keine Verknüpfung finden.

Dann kann sich schon eine Überlegung einschleichen, ob der Übergang zu einem computergestützten Pflegeprogramm sinnvoll ist. Die Überlegung ist sicher gut und zukunftsweisend. Aber bedenken Sie immer, dass dieser Übergang bis zu zwei Jahren dauern kann, zumindest, wenn Sie 100 Kunden betreuen. Diese Zeit ist dann anzunehmen, wenn Sie alle Daten mit dem Programm erfassen wollen. Unterschätzen Sie die Umsetzungsphase nicht, denn auch Mitarbeiter haben Grenzen. Besonders die, die noch nicht einmal mit der Maus umgehen können.

Die Umsetzungsphase verläuft ja nicht in einem luftleeren Raum, sondern neben der normalen Arbeit.

Rechnen Sie mit Zusatzpersonal, somit Zusatzkosten, Schulungskosten, zusätzlicher Zeit und Ärger. Denn auch Sie werden Mitarbeiter haben, die nicht mitziehen, sich querstellen und Rückschritte machen.

Ich erlebe es immer wieder, dass Mitarbeiter sich überschätzen. Nach dem Motto, ich kann das ja alles schon… und dann bedienen sie die falschen Elemente, speichern nicht oder überspringen wichtige Aspekte in der Dokumentation.

Tun Sie es, aber mit Bedacht und einem Projektplan. Planen Sie Meilensteine und Zwischenziele. Machen Sie auch mal Pause, engagierte und motivierte Mitarbeiter streben sowieso nach Erfolg und werden Sie bei guter Führung niemals im Stich lassen. Viel Erfolg! Ihre Anke Peters