Archiv für Juli 2010

Haltbarkeitsdatum überschritten

31 Juli 2010

Manchmal hab eich das Gefühl, die Zeit ist stehengeblieben, wenn ich in Einrichtungen stehe und Dokumente sichte.

Dann stelle ich fest, dass die Dokumentationsbögen eindeutig das Verfallsdatum überschritten haben. Da finde ich dann Bradenskalen, die schon gar nicht mehr aktuell sind, sogar Norton-Skalen kommen mir unter die Augen.

Manchmal finden sich auch Sturzrisikoskalen nach Huhn (nichts gegen S. Huhn), die schön längst hätten ausgetauscht werden müssen.

Manch eine Einrichtung, die nach Frau Prof. Krohwinkel arbeitet, weiß gar nicht, dass es hier Veränderungen gab. Tja, was kann man tun?

Man könnte sich selbst verpflichten, hier aktuell zu bleiben. Auch hier ist wieder der Hinweis auf eine Zertifizierung zu geben. Dies wäre eine konsequente Selbstverpflichtung, die dazu führen würde, dass eine Rezertifizierung gar nicht stattfinden würde, wenn man nicht auf dem aktuellen Stand arbeitet. Und das wäre dann doch einigermaßen peinlich.

Elegant zum Ziel

27 Juli 2010

Elegant… im Anzug? Nein sicher nicht, das wäre zu einfach. Elegant zum Ziel… meine ich.

Ich habe etwas auf dem Herzen und zwar fällt mir auf, dass viele Leitungskräfte nicht das erreichen, was sie sich vornehmen, woran kann das liegen? Sie kommen eben nicht elegant zum Ziel.

Um ein Ziel zu erreichen, muss man es sich ja zuerst einmal selbst stecken oder stecken lassen. Für viele ist dies der einzige Weg, etwas zu erreichen. Für mich nicht, gibt mir jemand anderer ein Ziel vor, werde ich bockig und potenziere es erst einmal.

Zurück zur Eleganz. Habe ich mir ein Ziel gesetzt, muss ich planen, wie ich dorthin komme. Strategisch vorgehen. Aber das ist nicht alles… ich muss lernen so zu kommunizieren, dass andere das tun, was ich möchte, nämlich mir zu meiner Zielgeraden verhelfen.

Und das ist Gold wert. Denn, wenn ich weiß, was ich mit einer einzigen Aussage bewirken kann, wenn mir bewusst ist, wie ich kommunikativ beeinflussen, ja sogar “manipulieren” kann, komme ich nicht nur elegant, sondern auch noch schnell an mein Ziel. Aus fachlicher Sicht kommt es einem plausibler vor. Wenn ich die Aufgabe habe, in einer Einrichtung die Expertenstandards umzusetzen, so muss ich meine Mitmenschen dazu bringen, mitzuarbeiten, jeder an der ihm eigenen Stelle. Ich muss erreichen, dass sie das tun, was ich von ihnen möchte.

Wenn es bei Ihnen manchmal hakt, bei der Ziellerreichung, dann lesen Sie doch noch mal nach:

- Kommunikation / 4 Ohren-Prinzip und

- die Transaktionsanalyse

Viel Spaß und nun habe ich beschlossen, meine Coachingteilnehmer (Inhalt und Programm auf meiner Homepage unter Punkt Fortbildungen) heute abend damit zu quälen… dann können sie ihre Chefs ein wenig mehr um den Finger wickeln :-) .

Wieviel ist bei Ihnen noch offen?

24 Juli 2010

Damit meine ich keine Rechnung, sondern ungenutzte Kapazitäten… nicht in der Firma, sondern im Kopf. Oder eben in beiden Bereichen.

Sollten Sie sich evtl. mal wieder (oder wenn ich gemein bin, vielleicht zum ersten Mal) mit dem Lernverhältnis und Verständnis Ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen? Könnte es sein, dass der Begriff “Lernende Institution” zur Zeit nicht so wirklich auf Ihre Einrichtung passt?

Ich habe mich mal bei mir selbst (bevor ich zu Ihren Mitarbeitern zurückkomme) umgesehen und stelle folgende Baustellen fest, die ich täglich, ja fast stündlich berücksichtigen und pflegen muss:

- jede Maßnahme oder Schulung in einer Einrichtung muss nach PDCA umgesetzt werden, also mit Zielsetzung, Planung, Durchführung und ja, Reflektion

- jede Maßnahme oder Schulung muss mit allen Regeln der Kommunikation verbunden sein, damit überhaupt eine emotionale Nachhaltigkeit entsteht (sonst wird man ja auch nicht mehr gebucht)

- mein eigenes Handbuch muss ständig auf dem aktuellen Stand sein und ich muss den Inhalt wirklich tun, sonst werde ich nicht rezertifiziert

- solche Tage… heute fühl ich mich nicht so… gibt es nicht, die Erreichbarkeit muss ständig gegeben sein, auch wenn es manchmal etwas viel scheint

- Dokumentation…. schreiben schreiben schreiben, um alle buchhalterischen, gesetzlichen und die zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess zugehörigen Regeln zu beachten.

Zurück zu Ihren Mitarbeitern: Die müssen dasselbe leisten, ständig, täglich. Daher prüfen Sie doch mal, ob Sie ihre Einrichtung zu den “Lernenden Einrichtungen” zählen können, oder ob Sie noch optimieren können. Auch das gehört zu einer guten Qualität.

Mitarbeiter, die Lust haben, ihre Kapazitäten zu erweitern, lernen automatisch, die Einnrichtung und die Qualität ständig zu verbessern. Hört sich gut an, oder?

PDCA ist doch viel komplizierter als Motorradfahren?

17 Juli 2010

Alle, die mich kennen, wissen es bereits, da ich es gleich jedem um die Ohren gehauen habe… ich versuche mal eben, den Motorradführerschein zu absolvieren. Nach dieser Verkündung erhielt ich Freudenausrufe, es scheint eine eingefleischte Gruppe zu geben. Und Beileidsbekundungen mit dem Hinweis, dass viele Freunde in der letzten Zeit ums Leben gekommen wären. Danke, das macht Mut.

Wer PDCA kann, kann das wohl auch? Und wer ganze Unternehmen umorganisieren, Teams leiten und ständig in der Welt unterwegs sein kann, müsste dies doch “mal eben” so tun können.

Dann kann ich Euch eines sagen: Der PDCA ist leichter, da kann man nämlich vor und zurück. Beides ist notwendig, man darf in der Tat noch mal zurück und einen neuen Anlauf starten.

Beim Lernen dieser neuen Disziplin allerdings kannst Du nicht vor und nicht zurück, Du kannst nur eins zur Zeit tun und das dann so lange, bis Du es kannst. Für jemanden, der grundsätzlich und ständig “multitasking” agiert, eine  schier unlösbare Aufgabe.

Für Sie, meine lieben Beratungskunden zieht dieses persönliche Ereignis jedoch auch eine berufliche Komponente nach sich: Die Ausrede, PDCA sei zu schwierig, hat für mich keine Gültigkeit mehr. Es gibt andere Herausforderungen, die wahrlich schwerer sind. (Olaf halte durch mit mir).

Einen weiteren Vorteil hat der PDCA im Gegensatz zum Motorradfahrenlernen (laut Duden zusammen, sieht seltsam aus): Man muss sich nicht ständig “frei” machen (Olaf, weisst Bescheid?). Liebe Grüße, Anke

Planlos zugrunde gehen; das funktioniert ganz schnell

17 Juli 2010

Ich denke, ich habe ein Lieblingsziel, welches ich zu Anfang einer jeden Beratungsbeziehung von mir gebe.

Ihr Ziel, mein Ziel, das Ziel der Einrichtung ist folgendes:

Alle Prozesse mit den zuständigen Personen und Unterlagen sind schnell und logisch aufzufinden. Personenunabhängig! muss ein jeder Prozess nachweisbar und auswertbar sein. Egel, welche Prüfinstitution, oder auch Sie selbst müssen mit höchstens einem Handgriff an die Unterlagen kommen, die sie benötigen.

Wenn mehr als dreimal jemand während einer Qualitäts-, Heimaufsichts- oder Auditorenprüfung (Begehung) hektisch aus dem Raum rennen muss, weil etwas fehlt, läuft das QM noch nicht rund. Dann heisst es nachbessern, und zwar nach PDCA und keine Flickschusterei.

Zurück zu meinem und zu Ihrem Ziel:

Damit dies erreicht werden kann, müssen von Anfang an Strukturen gelegt werden. Das bedeutet auch, dass nicht viele verschiedene Menschen an den gleichen Dokumenten herumschreiben. Effektivität heisst in diesem Zusammenhang:

1. Im Computer das Handbuch anlegen

2. Das Handbuch in die gewünschte Struktur bringen (Tipp: DIN oder DIN-angelehnt)

3. Alle Dokumente dort ablegen, wo sie hingehören, keine Extra-Dateien oder Ablagen

4. Jedes abzuspeichernde Dokument erhält einen Namen und ein Datum (evtl. auch die Versionsnummer)

Also… anfangen!

Mit uns ab sofort nur noch nach DIN ISO

12 Juli 2010

Eine neue Art von Aufträgen überschwemmt unser Büro: Das Erstellen, Optimieren und Umstellen von Dokumenten für das Qualitätshandbuch. Mittlerweile sitzt eine meiner Mitarbeiterinnen nur noch an dieser Arbeit und produziert und produziert… .

Wie haben uns über diese doch sehr verantwortungsvolle Aufgabe unterhalen und uns gefragt: Können wir das überhaupt? Können wir Unterlagen so bearbeiten, dass Einrichtungen diese benutzen können?

Die Antwort, ja wir können… unter drei Voraussetzungen:

1. Wir arbeiten strikt nach DIN ISO, also keine wilden Inhaltsverzeichnisse, undurchdringliche Romane oder Zettelwirtschaft.

2. QM wird von der Einrichtung als wichtiger Bestandteil der Arbeit gesehen, kein “Nebenbei”.

3. Ein leitender Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung nimmt die Unterlagen von uns nach Bearbeitung entgegen, prüft und ändert sie, wenn notwendig und reicht sie an uns zurück, damit sie den Feinschliff bekommen.

Natürlich müssen dann diese Unterlagen nach und nach implementiert werden, unserer Arbeit allein ist nur der Anstoß zur Umsetzung.

Vertrauen schaffen

6 Juli 2010

Ich kenne die Sprüche zur Genüge… da sitzen Geschäftsführer und können sich nicht vorstellen, was denn wohl ein Zertifikat an der Tür bringen soll. Sie meinen, es hätte keien Auswirkungen auf die Einrichtung oder den Pflegedienst.

Dem möchte ich massiv widersprechen, denn eine Zertifizierung hat einen ganz großen Vorteil,. sie motiviert Ihre Mitarbeiter auf höchstem Niveau. Denn es ist ja allen klar, dass Sie zwar die Mittel zur Verfügung stellen, aber das Ergebnis muss von den Mitarbeitern an der Basis erbracht werden. Der Nachhall ist entsprechend. Kleine Niederlagen oder schlechte Besetzungen werden um ein vielfaches besser ausgehalten und getragen. Was für eine Belohung für einen Chef, oder?

Zudem möchte ich aus eigener Erfahrung hinzufügen: Seit meine kleine Beratungsfirma zertifiziert ist, habe ich einen immensen Zulauf an Aufträgen.  Es lässt sich nicht wegdiskutieren, eine Selbstverpflichtung zur Qualitätssicherung und der Schmuck einer Zertifizierung sind ein großartiges Aushängeschild.